Eine Cannabistinktur ist ein alkoholbasierter Cannabisextrakt, der entsteht, indem decarboxyliertes Cannabis in lebensmitteltauglichem Ethanol eingeweicht und die Flüssigkeit anschließend in eine Flasche gefiltert wird, damit sie sich abgemessen verwenden lässt. Mit dem NOIDS Herb Lab lässt sich die Extraktion in weniger als zwei Stunden abschließen, wenn das Cannabis bereits decarboxyliert ist und alle Materialien vorbereitet sind.
Diese Anleitung zeigt dir, wie du mit dem NOIDS Herb Lab eine gefilterte, konzentrierte Cannabis Tinktur herstellst, was du vorher vorbereitest, wie du die Potenz einschätzt und wie du die fertige Tinktur umsichtig lagerst und dosierst.
Wichtiger Sicherheitshinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Halte dich immer an die geltenden Gesetze. Verwende nur lebensmitteltaugliches, nicht vergälltes Ethanol, das zum Verzehr bestimmt ist. Ethanol ist brennbar, halte es also fern von Flammen, Funken, Raucherzeug und unsicheren Wärmequellen.

Das lernst du hier
- Was eine Cannabis Tinktur ist
- Warum die Decarboxylierung vor der Extraktion zählt
- Was du für eine Tinktur mit dem NOIDS Herb Lab brauchst
- Wie der Ablauf unter zwei Stunden zusammenpasst
- Wie du filterst, abfüllst, lagerst und die Potenz abschätzt
- Häufige Fehler, die du vermeiden kannst
Was ist eine Cannabis Tinktur?
Eine Cannabis Tinktur ist ein flüssiger Cannabis-Extrakt auf Alkoholbasis. Der Alkohol wirkt als Lösungsmittel und zieht Cannabinoide und andere Pflanzenstoffe aus dem Cannabis in die Flüssigkeit.
Tinkturen werden meist in Braunglasflaschen mit Pipette gelagert und nach Millilitern oder Pipetten dosiert. Du kannst sie direkt einnehmen, in Getränke geben oder als Zutat in Rezepten verwenden.
Eine selbst gemachte Tinktur ist weder rein noch von pharmazeutischer Qualität, und so sollte sie auch nicht beschrieben werden. Selbst nach dem Filtern enthält sie je nach Cannabis, Lösungsmittel, Extraktionsdauer, Bewegung, Temperatur und Filtermethode noch Pflanzenstoffe wie Chlorophyll, Wachse, Terpene und Feinstpartikel.
Bevor du anfängst
1. Decarben kommt zuerst
Rohes Cannabis enthält überwiegend saure Cannabinoide wie THCA und CBDA. Die Decarboxylierung wandelt diese Säureformen mit kontrollierter Hitze in THC und CBD um.
Nutze die Decarb-Funktion des NOIDS Herb Lab oder eine andere kontrollierte Methode, bevor du mit der Extraktion beginnst. Ohne vorheriges Decarben fällt die Tinktur für die essbare Anwendung deutlich schwächer aus als erwartet.
Weiterführend: Vollständiger Leitfaden zur Decarboxylierung von Cannabis
2. Nimm den richtigen Alkohol
Verwende ausschließlich lebensmitteltaugliches, nicht vergälltes Ethanol. Nimm keinen Reinigungsalkohol, kein Isopropyl, keinen vergällten Alkohol, keinen Brennspiritus und keine Industrielösungsmittel.
Hochprozentiges Lebensmittelethanol ist bei Cannabis Tinkturen üblich, weil es Cannabinoide effizient herauslöst. Es ist zugleich brennbar und will entsprechend sorgfältig behandelt werden.
3. Wisse, was „gefiltert“ bedeutet
Filtern entfernt das ausgelaugte Pflanzenmaterial und kann den Bodensatz verringern. Es reinigt die Tinktur nicht im pharmazeutischen Sinn.
Die fertige Tinktur bleibt ein selbst gemachter Cannabis-Extrakt. Farbe, Geschmack und Klarheit schwanken je nach Cannabis und Extraktionsbedingungen.
4. Entscheide, wie stark die Tinktur werden soll
Weniger Alkohol ergibt in der Regel eine stärkere Tinktur pro Milliliter. Mehr Alkohol ergibt eine mildere Tinktur pro Milliliter.
Die richtige Stärke hängt ab von:
- Cannabis-Gewicht
- THC- oder CBD-Gehalt in Prozent
- Endvolumen der Flüssigkeit
- Extraktionsleistung
- Bestimmungsgemäße Verwendung
- Persönliche Toleranz
Für eine wiederholbare Dosierung rechnest du die Potenz aus, bevor du sie einsetzt.
Weiterführend: THC & CBD Potenzrechner
Kurzübersicht
- Methode: Cannabis Tinktur auf Alkoholbasis
- Gerät: NOIDS Herb Lab
- Hauptfunktion: Extraktion
- Ausgangsmaterial: Decarboxylierte Cannabisblüte oder Trim
- Geschätzte aktive Arbeitszeit: 10 bis 20 Minuten
- Extraktionsphase: Unter zwei Stunden, je nach gewähltem Herb Lab Aufbau und Programm
- Lagerung: Braunglasflasche mit Pipette
- Am besten für: Abgemessene Tropfen, Getränke, Rezepte und die spätere Potenzberechnung
Was du brauchst
Zutaten
- Decarboxylierte Cannabisblüte oder Trim
- Lebensmitteltaugliches, nicht vergälltes Ethanol
- Optional: etwas frisches Ethanol, um die Endstärke nach dem Filtern anzupassen
Ausrüstung
- NOIDS Herb Lab
- Herb Lab Extraktionsaufbau
- Kondensator, falls der gewählte Extraktionsaufbau ihn verlangt
- Filterelement oder Filteraufbau
- Braunglasflasche mit Pipette
- Kleiner Trichter
- Etikett oder Marker
- Handschuhe
- Messbecher oder Waage
- Optional: Kaffeefilter für die besonders feine Filtration
Empfohlenes Ausgangsverhältnis
Für eine kleine, einsteigerfreundliche Testcharge:
- 5 Gramm decarboxyliertes Cannabis
- 50 bis 100 ml Lebensmittelethanol
Nimm weniger Ethanol für eine stärkere und mehr Ethanol für eine mildere Tinktur. Die genaue Potenz hängt vom Cannabinoidgehalt des Cannabis ab, von der eingesetzten Materialmenge, der Extraktionsleistung und dem Endvolumen.
Dieses Verhältnis ist ein Ausgangspunkt, keine allgemeingültige Formel.
Schritt für Schritt: Cannabis Tinktur mit dem NOIDS Herb Lab
Schritt 1: Cannabis decarboxylieren
Beginne mit Cannabis, das bereits decarboxyliert ist. Das kann im NOIDS Herb Lab passieren oder mit einer anderen kontrollierten Methode.
Überspringe diesen Schritt nicht, wenn du eine aktive THC- oder CBD-Tinktur für die essbare Anwendung willst.
Schritt 2: Den Herb Lab Extraktionsaufbau vorbereiten
Baue das NOIDS Herb Lab nach der Geräteanleitung auf.
Wenn der Aufbau den Kondensator verlangt, setze ihn vor dem Start auf. Prüfe, dass alle Teile richtig montiert und stabil sind, bevor Alkohol dazukommt.
Betreibe das Gerät nicht in der Nähe von Flammen, Funken, Raucherzeug oder unsicheren Wärmequellen.
Schritt 3: Das decarboxylierte Cannabis einfüllen
Gib das decarboxylierte Cannabis nach Geräteanleitung in den Behälter des Herb Lab.
Fülle das Material locker ein, nicht fest gepresst. Das Ethanol braucht Kontakt zur Pflanzenoberfläche, um Cannabinoide gleichmäßig herauszulösen.
Schritt 4: Lebensmittelethanol zugeben
Gib so viel Lebensmittelethanol dazu, dass das Cannabis vollständig bedeckt ist.
Das Cannabis soll untergetaucht sein, übermäßig viel Flüssigkeit brauchst du nicht. Mehr Ethanol ergibt ein größeres Endvolumen und eine mildere Tinktur. Weniger Ethanol ergibt ein kleineres Endvolumen und eine stärkere Tinktur, solange das Cannabis sauber bedeckt bleibt.
Schritt 5: Die Extraktionsfunktion des Herb Lab starten
Starte die Extraktionsfunktion des Herb Lab.
Die Kernaussage lautet:
Die Extraktionsfunktion des NOIDS Herb Lab macht aus decarboxyliertem Cannabis in unter zwei Stunden eine gefilterte, konzentrierte Tinktur auf Alkoholbasis.
Das heißt: die Extraktionsphase ist in unter zwei Stunden fertig, wenn das Cannabis schon decarboxyliert ist und alles bereitliegt. Musst du noch decarben, dauert die Gesamtzeit von Anfang bis Ende entsprechend länger.
Schritt 6: Die Tinktur filtern
Wenn der Extraktionszyklus durch ist, trennst du die Flüssigkeit mit dem Filteraufbau des Herb Lab vom Pflanzenmaterial.
Für eine klarere Tinktur filterst du ein zweites Mal durch einen Feinfilter oder Kaffeefilter. Dieser zweite Durchgang ist optional, verringert aber den Bodensatz.
Presse das Pflanzenmaterial nicht zu kräftig aus, wenn du einen milderen Geschmack willst. Starkes Pressen drückt mehr Feinstpartikel und bittere Pflanzenstoffe in die Tinktur.
Schritt 7: Abfüllen und beschriften
Fülle die gefilterte Tinktur in eine Braunglasflasche mit Pipette um.
Beschrifte die Flasche mit:
- Herstellungsdatum
- Verwendete Sorte oder verwendetes Material
- Cannabis-Gewicht
- Geschätzter THC- oder CBD-Gehalt in Prozent
- Endvolumen der Tinktur
- Geschätzte mg pro ml, falls berechnet
So lässt sich die Tinktur später gleichmäßig dosieren.
Schritt 8: Die Potenz vor dem Gebrauch berechnen
Die Potenz einer selbst gemachten Tinktur bleibt eine Schätzung, solange das Endprodukt nicht im Labor geprüft wurde. Ein Rechner liefert trotzdem einen brauchbaren Arbeitswert.
Einfache Schätzung:
- Cannabis-Gewicht in Gramm
- Mit 1,000 multiplizieren, um Gramm in Milligramm umzurechnen
- Mit dem THC- oder CBD-Gehalt multiplizieren
- Den geschätzten Prozessverlust abziehen
- Durch das Endvolumen der Tinktur in ml teilen
Beispiel:
- 5 g Cannabis
- 18% THC
- 5 g × 1,000 = 5,000 mg Pflanzenmaterial
- 5,000 × 0.18 = 900 mg theoretisches THC
- Das tatsächlich nutzbare THC liegt nach Prozessverlust meist darunter
- Liegt das Endvolumen bei 60 ml, teilst du das geschätzte verfügbare THC durch 60 und erhältst mg pro ml
Für eine praxisnähere Schätzung nimm den NOIDS Potenzrechner.
Weiterführend: THC & CBD Potenzrechner
Wie du eine Cannabis Tinktur umsichtig anwendest
Fang mit einer sehr kleinen Menge an, besonders wenn die Tinktur THC enthält.
Tinkturen lassen sich unterschiedlich anwenden. Unter der Zunge gehalten wirkt eine Tinktur anders, als wenn du sie mit Essen oder einem Getränk schluckst. Geschluckt verhält sie sich eher wie ein Edible, weil sie den Verdauungsweg nimmt.
Die Wirkung kann auf sich warten lassen, geschluckt besonders. Lege nicht zu früh nach.
Weiterführend: Leitfaden zur Dosierung von Edibles
Lagerung und Haltbarkeit
So lagerst du eine Cannabis Tinktur:
- In einer Braunglasflasche
- Deutlich beschriftet
- Fest verschlossen
- Vor Wärme und Licht geschützt
- Außer Reichweite von Kindern und Haustieren
- Fern von Flammen und Zündquellen
- An einem sicheren Ort, an dem sie nicht mit einem normalen Getränk oder einer Zutat verwechselt wird
Tinkturen auf Alkoholbasis halten in der Regel länger als wasserbasierte Zubereitungen, trotzdem leidet die Qualität unter Licht, Wärme, Luftkontakt und Verunreinigung.
Häufige Fehler
Das Decarben überspringen
Ohne vorheriges Decarben fällt die Tinktur für die essbare Anwendung deutlich schwächer aus als erwartet.
Den falschen Alkohol nehmen
Verwende ausschließlich lebensmitteltaugliches, nicht vergälltes Ethanol. Niemals vergällten Alkohol, Reinigungsalkohol, Isopropyl oder Industrielösungsmittel.
Sie als rein bezeichnen
Eine gefilterte selbst gemachte Tinktur ist kein aufgereinigter Extrakt in pharmazeutischer Qualität. Nenne sie nicht rein. Sie kann weiterhin Chlorophyll, Terpene, Wachse und andere Pflanzenstoffe enthalten.
Zu viel Ethanol nehmen
Zu viel Ethanol macht die Tinktur pro Milliliter unnötig schwach. Cannabinoide werden weiterhin herausgelöst, aber jede Pipette enthält weniger Milligramm.
Zu lange extrahieren
Länger ist nicht automatisch besser. Eine längere Extraktion holt mehr Pflanzengeschmack, Bitterkeit, Farbe und Chlorophyll mit.
Die Flasche nicht beschriften
Unbeschriftete Tinkturen verwechselt man leicht und dosiert man schwer. Beschrifte jede Charge, bevor du sie weglegst.
Die Dosis schätzen
Verlass dich nicht auf „eine Pipette“ als allgemeingültige Dosis. Das Pipettenvolumen schwankt, und die Stärke hängt von der Charge ab.
FAQ
Kann man mit dem NOIDS Herb Lab in unter zwei Stunden eine Cannabis Tinktur machen?
Ja. Die Extraktionsphase ist in unter zwei Stunden fertig, wenn das Cannabis bereits decarboxyliert ist und alles bereitliegt. Das ergibt eine gefilterte, konzentrierte Cannabis Tinktur auf Alkoholbasis. Als aufgereinigt oder pharmazeutisch sollte sie nicht bezeichnet werden.
Muss ich Cannabis vor der Tinktur decarben?
Ja, wenn du eine aktive THC- oder CBD-Tinktur für die essbare Anwendung willst. Die Decarboxylierung wandelt saure Cannabinoide wie THCA und CBDA in ihre aktivierte Form um.
Welchen Alkohol nehme ich für eine Cannabis Tinktur?
Nur lebensmitteltaugliches, nicht vergälltes Ethanol. Keinen Reinigungsalkohol, kein Isopropyl, keinen vergällten Alkohol, keinen Brennspiritus und keine Industrielösungsmittel.
Warum ist meine Tinktur grün?
Die grüne Farbe kommt meist von Chlorophyll und anderen Pflanzenstoffen. Bei selbst gemachten Cannabis Tinkturen ist das normal und bedeutet nicht automatisch, dass etwas nicht stimmt. Längere Extraktionszeiten, wärmere Bedingungen und kräftiges Bewegen machen Tinkturen dunkler und pflanzlicher im Geschmack.
Ist eine gefilterte Cannabis Tinktur dasselbe wie eine reine Tinktur?
Nein. Filtern entfernt Pflanzenmaterial und verringert den Bodensatz, macht die Tinktur aber nicht rein. Eine selbst gemachte Tinktur kann weiterhin Pflanzenstoffe aus dem Cannabis enthalten.
Kann ich Tinktur in Edibles verwenden?
Ja. Cannabis Tinktur passt in manche Rezepte für Edibles, in Saucen, Getränke und infundierte Zubereitungen. Rechne die Potenz immer aus, bevor du Tinktur in ein Rezept gibst.
Woher weiß ich, wie stark meine Tinktur ist?
Nimm Cannabis-Gewicht, Cannabinoidgehalt, geschätzte Extraktionsleistung und Endvolumen und schätze daraus die mg pro ml. Einfacher geht es mit dem NOIDS Potenzrechner.
Weitere Anleitungen
- Vollständiger Leitfaden zur Decarboxylierung von Cannabis
- Leitfaden zu Cannabis-Extraktionsmethoden
- Warum die Zeit bei Cannabis-Extraktionen zählt
- Der beste Alkohol für FECO
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- Leitfaden zur Dosierung von Edibles
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