CONDITION
PTBS wird häufig als Grund für den Cannabiskonsum genannt, doch die Beweislage ist noch dünn. Viele Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung berichten, Cannabis zu nutzen, und es gibt echtes wissenschaftliches Interesse, doch hochwertige Studienbelege sind weiterhin begrenzt und nicht eindeutig.
Was die Forschung sagt
Der Bericht der National Academies von 2017 fand keine ausreichenden Belege, um Cannabis als wirksame PTBS-Behandlung zu bestätigen oder zu widerlegen. Einige kleine Studien und Beobachtungsdaten deuten auf einen möglichen Nutzen bei Symptomen wie Albträumen (mit Nabilon) und Schlafproblemen hin, kontrollierte Studien sind jedoch selten und ihre Ergebnisse uneinheitlich.
Ein vorsichtiges Bild
Das Interesse ist groß und die Forschung läuft, doch der aktuelle Stand der Evidenz trägt keine starken Aussagen. Zudem gibt es die Sorge, dass starker Cannabiskonsum eine PTBS und begleitende Erkrankungen verkomplizieren kann.
Auf einen Blick
Worauf Sie achten sollten
PTBS ist eine ernste Erkrankung, für die es wirksame, evidenzbasierte Behandlungen gibt. Cannabis ist keine etablierte Therapie, und wer zu kämpfen hat, sollte sich professionelle psychotherapeutische bzw. psychiatrische Unterstützung suchen.
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Bildgebende und randomisierte klinische Studien in Molecular Psychiatry (Neumeister et al., 2013, PMID 23670490), Psychoneuroendocrinology (Jetly et al., 2015, PMID 25467221) und PLOS ONE (Bonn-Miller et al., 2021, PMID 33730032) untersuchen die Rolle von Cannabinoiden bei der Furchtextinktion zwischen Amygdala und präfrontalem Kortex sowie bei traumabedingten Schlafstörungen. Während der synthetische CB1-Agonist Nabilon in Crossover-Studien Albträume reduzierte, zeigten Ganzpflanzen-Studien im Vergleich zu Placebo gemischte Ergebnisse.
Häufig gestellte Fragen
Welche Veränderungen zeigt das Endocannabinoid-System bei PTBS?
PET-Bildgebungsstudien von Neumeister et al. (2013, PMID 23670490) zeigten bei PTBS-Patienten erniedrigte Anandamid-Spiegel (AEA) und eine kompensatorisch erhöhte CB1-Rezeptordichte in der Amygdala.
Was belegten klinische Studien zu Cannabinoiden bei PTBS-Albträumen?
In einer doppelblinden Crossover-Studie (Jetly et al., 2015, PMID 25467221) senkte der CB1-Agonist Nabilon signifikant die Häufigkeit und Schwere wiederkehrender Trauma-Albträume.
Schnitt pflanzliches Cannabis in randomisierten PTBS-Studien besser ab als Placebo?
In der randomisierten Studie von Bonn-Miller et al. (2021, PMID 33730032) an 80 Veteranen besserten sich die PTBS-Symptome in allen Gruppen, ohne statistisch signifikanten Vorsprung gegenüber Placebo.
Quellen und psychiatrische Referenzen
- Neumeister, A., Normandin, M. D., Pietrzak, R. H., et al. (2013). "Elevated brain cannabinoid CB1 receptor availability in post-traumatic stress disorder: a positron emission tomography study." Molecular Psychiatry, 18(9), 1034-1040. PubMed PMID 23670490.
- Jetly, R., Heber, A., Fraser, G., & Boisvert, D. (2015). "The efficacy of nabilone, a synthetic cannabinoid, in the treatment of PTSD-associated nightmares: A preliminary randomized, double-blind, placebo-controlled cross-over design study." Psychoneuroendocrinology, 51, 585-588. PubMed PMID 25467221.
- Bonn-Miller, M. O., Sisley, S., Riggs, P., et al. (2021). "The short-term impact of 3 smoked cannabis preparations versus placebo on PTSD symptoms: A randomized cross-over clinical trial." PLOS ONE, 16(3), e0246990. PubMed PMID 33730032.