DIE PFLANZE
Nur weibliche Pflanzen bilden die Blüte, um die es geht, und deshalb ist das Geschlecht die erste Sorge beim Anbau. Cannabis ist unter den Kulturpflanzen ungewöhnlich, weil es zweihäusig ist: die meisten Pflanzen sind entweder männlich oder weiblich. Ob eine Pflanze weiblich, männlich oder zwittrig ist, entscheidet, ob sie samenlose, harzreiche Blüte bringt oder eine Tüte Samen.
Weibliche Pflanzen
Weibliche Pflanzen bilden die harzigen Blüten voller Cannabinoide und Terpene. Werden sie nie bestäubt, stecken sie ihre ganze Energie in die Blüte und bleiben samenlos, im begehrten Zustand Sinsemilla („ohne Samen“).
Männliche Pflanzen
Männliche Pflanzen bilden Pollensäcke statt Blüten und tragen deutlich weniger Harz. Meist werden sie früh entfernt, damit sie die Weibchen nicht bestäuben, außer es geht um Zucht und Samenproduktion.
Zwitter
Unter Stress, also Hitze, Lichteinbruch oder Beschädigung, bilden manche Pflanzen männliche und weibliche Organe zugleich. Ein Zwitter kann sich selbst bestäuben und eine ganze Ernte versamen, deshalb hält man Ausschau nach einzelnen Pollensäcken (oft „Bananen“ genannt).
Das ist ein Fehlerfall, den man verhindert, kein Merkmal.
Wie man es steuert
Weil das Geschlecht entscheidet, startet man meist mit feminisierten Samen (gezüchtet, um fast nur Weibchen zu bringen) oder mit Stecklingen einer bekannten weiblichen Pflanze. Reguläre Samen ergeben ungefähr halb männlich, halb weiblich, und das muss zur Blüte hin sortiert werden.